SDV auf der Straße, Excel im Engineering? (feat. Michele Del Mondo)

Shownotes

Das SDV gilt als Zukunft der Automobilindustrie. Doch während moderne Fahrzeuge immer mehr Software enthalten, arbeiten viele Entwicklungsabteilungen noch mit Prozessen, die für diese Komplexität nicht gemacht sind. Varianten werden in Tabellen gepflegt, Abhängigkeiten in Dokumenten festgehalten und bei Updates wird schnell klar: Wer nicht belastbar nachweisen kann, was sich in welcher Fahrzeugkonfiguration verändert, hat ein strukturelles Problem.

In der aktuellen Folge WAS MICH BEWEGT spricht Pascal mit Michele Del Mondo von PTC darüber, warum Variantenmanagement, Traceability und durchgängige Engineering-Prozesse zur zentralen Voraussetzung für SDV-Reife werden. Warum haben Plattformstrategien die Komplexität vielerorts nicht reduziert, sondern nur besser versteckt? Weshalb wird Excel im Engineering zum Risiko? Und welche Fragen müssen OEMs vor einem OTA-Update innerhalb weniger Minuten beantworten können?

Alle Infos zum Folgenpartner PTC: https://www.ptc.com/de/

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Hinweis: Die im Podcast getätigten Aussagen spiegeln die Privatmeinung der Gesprächspartner wider und entsprechen nicht zwingend den Darstellungen des jeweiligen Arbeitgebers.

Transkript anzeigen

00:00:01: Das Software Defined Vehikel.

00:00:03: Kaum ein Begriff wird in der Automobilindustrie derzeit so häufig verwendet, fast jeder OEM spricht über zentrale Architekturen over the air Updates neue Software Plattformen und digitale Funktionen die über Jahre weiter entwickelt werden sollen.

00:00:18: aber genau hier beginnt die eigentliche Frage ist ein Fahrzeug schon Software definiert nur weil sehr viel Software drin steckt oder entscheidet sich das SDV an einer ganz anderen Stelle nämlich tief im Engineering?

00:00:45: Eine neue Folge, was mich bewegt.

00:00:47: Eine Sonderfolge ihr erkennt's am Veröffentlichungstag und das bedeutet wir haben heute einen spannenden Interview-Gast mit an Bord!

00:00:54: Und gemeinsam spreche ich mit ihm heute über das Software Defined Vehicle aber eher weniger über das software defined vehicle selbst sondern mehr über die Frage wie ein OEM eigentlich richtig für das SDV Zeitalter aufgestellt ist und welche Logik hinter dem Software Defined Vehicle im Engineering stehen muss.

00:01:13: Und dafür begrüße ich einen ausgewiesenen Experten zum Thema.

00:01:17: von unserem Partner der heutigen Folge, PTC ist nun der Senior Director Global Advisor Automotive bei mir Michele Delmondo.

00:01:25: Hallo Michele!

00:01:26: Schön dass du mit dabei bist.

00:01:30: Ich habe

00:01:32: es gerade im Intro schon gesagt, Michille.

00:01:34: Es geht heute um das Software-Defined Vehikel aber weniger vielleicht ums Fahrzeug selbst oder um die Techniken dahinter.

00:01:40: ich glaube auch und da können wir vielleicht gleich ein bisschen darüber sprechen vieles was technologisch im Fahrzeug passiert wird dann von inzwischen würde ich sagen vielen OEM's doch ganz gut beherrscht eigentlich.

00:01:51: Aber die Frage ist ja so ein wenig Was brauchst du eigentlich dahinter?

00:01:56: Als OEM wirklich für dieses Software Defined Zeitalter in der nächsten Mal auch wirklich aufgestellt zu sein?

00:02:01: und vielleicht mal zum Start an dich Mikkele direkt mal die grundlegende Frage.

00:02:06: Woran erkennst du denn, ob man wirklich ein Software Define Vehikel im Feld hat oder einfach nur ein Fahrzeug mit sehr viel Software?

00:02:15: Ja das ist eine super Einstiegsfrage.

00:02:19: Pascal.

00:02:20: woran erkennt wird es?

00:02:22: Das Problem ist ja fangen wir vielleicht damit an.

00:02:25: Es gibt ja keine Definition eines Software-Defined Vehicles.

00:02:29: Ja, auch wenn alles reguliert ist und standardisiert vor allem in Deutschland das STV ist ja so nicht definiert.

00:02:35: Jeder hat ein bisschen eine andere Vorstellung was ein STV sein kann.

00:02:40: Die Unterscheidung die ich mache ist Wenn man sich anschaut im Automotive wie Autos entstehen dann war es immer klassisch Entwicklung Test Freigabe Und dann gab es diesen sogenannten SOP Start of Production.

00:02:58: Da war alles fix, alles fertig und das Auto wurde produziert.

00:03:01: Jetzt kann ich natürlich ein Auto haben mit sehr viel Software was ich zum Start of production, sprich bei Auslieferung bekomme.

00:03:10: So da würde jetzt behaupten... Das ist einfach nur ein Fahrzeug mit sehr vielen Funktionen und Software aber noch kein SDV.

00:03:21: Ein SDV für mich.

00:03:22: der Unterschied ist Wie entwickelt sich das Fahrzeug, nachdem es verkauft worden ist oder sagen wir mal produziert geworden ist eigentlich weiter?

00:03:32: Also die Weiterentwicklung im Feld.

00:03:34: Weil das eine ist ja nur eine OTA-Fähigkeit.

00:03:39: sprich ich kann jetzt Software drauf spielen aber die Frage ist ja tatsächlich wie weit kann ich tatsächlich Funktionen erweitern, Funktione neu hinzufügen so dass ich mein Auto im Prinzip immer wieder aktualisiert, mir aber auch dann vielleicht über einen Webshop auch neue Funktionen bereitstellt.

00:04:00: Dann würde ich sagen das ist schon mal relativ weit hin zu einem Softwaredefine-Wegel.

00:04:07: Aber was die meisten Konsumenten inklusive mir natürlich nicht sehen ist wie stellt denn der Hersteller sicher dass genau diese Software Updates nachweisbar sind?

00:04:22: Also traceable, dass die wirklich sauber gegenüber dem TÜV den sogenannten KBAs dann tatsächlich auch Bestand haben.

00:04:35: Und das heißt A, kontinuierliche Weiterentwicklung B aber auch die Nachweisfähigkeit pro konfigurierten Fahrzeug.

00:04:44: Du kannst dir vorstellen wenn ich jetzt ein Fahrzeug kaufe kann sein dass der Nachbar genau die gleiche Konfiguration hat.

00:04:51: was man aber dann hat ist, was passiert im Feld?

00:04:53: Jetzt fällt mir ein.

00:04:55: Oh ich brauche jetzt vielleicht noch ein automatisches Abländlicht.

00:04:58: Was sich nicht konfiguriert hatte kann ich mir runterladen.

00:05:01: mein Auto wird aktualisiert.

00:05:02: von außen sehen die Fahrzeuge hagenau identisch aus.

00:05:05: nur ich habe meins aktualisieren.

00:05:07: ihr seid es noch nicht.

00:05:08: das heißt auf diese diese Fähigkeit diese Konfiguration auf.

00:05:14: Ich würde jetzt mal nehmen Finn Nummer also Vehicle Identification Nummer basierend nachzuweisen.

00:05:20: Das wäre, ich sage mal tatsächlich wo ich sagen würde das ist ein Software die verentwickelt.

00:05:28: Wir kommen heute natürlich noch im Laufe des Gesprächs auch ein wenig zu genau diesem Thema nämlich Variantenvielfalt Komplexität am Ende aber natürlich auch Traceability Nachvollziehbarkeit.

00:05:37: Aber wenn wir zum Start nochmal so'n bisschen dabei bleiben den Istzustand So ein wenig zu versuchen, zu skizzieren.

00:05:45: Nämlich da wo vielleicht das Softwaredefined-Vehikel, wo der Anspruch auf die Wirklichkeit trifft, auf die Realität und du hast nämlich schon so einen schönen Satz gesagt auch im Vorgespräch nämlich viele OEMs haben STW eigentlich auf der Straße aber in einem Entwicklungsprozess aus dem letzten Jahrzehnt.

00:06:04: jetzt musst du es natürlich mitnehmen und sagen, okay was sind denn eigentlich die Entwicklungsprozesse?

00:06:10: Was ist dann die Aufstellung im Engineering irgendwo die Herangehensweise.

00:06:14: Die vielleicht über viele Jahrzehnte absolut etabliert ist zu Recht etabliers gut funktioniert.

00:06:20: man kann sicherlich unseren etablierten traditionellen Automobilherstellern nicht vorwerfen ja nicht ausreichend Etablierte Entwicklungs Prozesse zu haben.

00:06:30: aber nimm uns doch mal mit warum funktionieren denn genau diese Traditionellen Prozesse jetzt in dieser STW-Welt so eigentlich nicht mehr?

00:06:41: Warum funktionieren sie nicht?

00:06:45: Klar, wenn man auf die OEM schaut natürlich bringen die Fahrzeuge auf den Markt und in Anfangszeit sie funktionieren.

00:06:50: Die Frage ist Funktionieren Sie denn effizient und was muss ich eigentlich ändern?

00:06:55: Ich hatte es teilweise meiner ersten Antwort mit drin.

00:07:01: Der Standard-Entwicklungsprozess geht übers Anforderungsmanagement, dann schreibe ich das Lastenhälfte.

00:07:06: Ich mache eine Absicherung und freigabe.

00:07:09: Und was unumgänglich ist im Automobilbau?

00:07:12: Ist der sogenannte SOP Start of Production.

00:07:15: bis dahin wurde alles hin entwickelt sind auch die ganzen Prozesse etabliert.

00:07:20: Das hat auch funktioniert in einer Zeit wo das Fahrzeug Hardware getrieben war.

00:07:26: Man hat alles fertig gemacht, man hat das Fahrzeug so wie es konfiguriert worden ist vom Endkonsumer gebaut und ausgeliefert.

00:07:33: Und damit war aber auch Ende!

00:07:35: So was das SCV fundamental ändert ist dass jetzt kein statisches Produkt mehr ist sondern eigentlich ein dynamisches.

00:07:45: im Feld wird es aktualisiert kriegt neue Funktionalitäten neue Updates.

00:07:52: Im Prinzip ist genau das der Prozess, der neu gedacht werden muss und zwar wie schaffe ich es?

00:07:58: meine.

00:07:59: Bisher zwanzig dreißig Jahre alten Prozesse die immer optimiert waren auf Start of production jetzt hin zu einem dynamischen Modell wo das Fahrzeug wo der SOP zwar ein Meinstein ist weil das Fahrzeuge muss nach wie vor gebaut werden oder man liefert das vielleicht mit dem Standsoft für zwei Punkt eins aus.

00:08:19: Aber dieses Management des Fahrzeugs über den gesamten Lebenszyklus hinaus, inklusive aller Prozesse, Software Update aktualisiert sich.

00:08:28: Funktionen kommen dazu.

00:08:30: Dann stellt sich natürlich auch die Frage der Monetarisierung.

00:08:35: vorher war es ja so wenn ich ein Auto verkauft habe zum Start of Production.

00:08:40: Ich formuliere es mal ganz plattes Geld wurde überwiesen das Fahrzeug wurde gekauft und damit wars zu Ende der Monetarisierungsprozess aus der UEM-Sicht.

00:08:49: Jetzt habe ich ja die Möglichkeit, über oder nach dem Verkauf hinaus weiter noch Geld zu machen mit Software, mit Funktionen, die ich damit reinbringe.

00:09:00: Das heißt, ich hab ein komplettes neues Businessmodell auch dahinter

00:09:06: und

00:09:07: diesen Switch zu hinzubekommen, mein Fahrzeug ist nicht fertig zum... SOP, sondern mein Fahrzeug wird eigentlich nie so richtig fertig sein.

00:09:15: Wenn man das aus der Software will, denkt weil es ständig aktualisiert werden kann und muss.

00:09:21: Das ist glaube ich der Switch bei den Entwicklungsingenieuren oder bei den Abteilungsleitern hier vollzogen werden

00:09:31: muss.

00:09:31: Ja, das ist ganz spannend.

00:09:32: Ich habe gerade erst vor einigen Tagen mit Magnus Östberg von Mercedes gesprochen in Schief Software Officer.

00:09:38: ich hab im Prinzip eine eliche Frage gestellt nämlich was jetzt der Unterschied zwischen dem Kunden der vorher sein Fahrzeug konfiguriert hat und jetzt im Prinzip neue Funktionen dazu bucht.

00:09:48: und seine Antwort war im Prinzip eigentlich verändert sich vor allem der Zeitpunkt von bestimmten Aspekten der Konfiguration.

00:09:55: also der Kunde konfigured vielleicht die gleichen Dinge wie vorher aber einige dinge davon macht er vor dem vor dem Verkauf des Fahrzeugs und einige Dinge kann er später machen, kann sie auch ändern.

00:10:05: Kann Sie vielleicht niemals das Häkchen setzen?

00:10:08: Er muss sich also vorher gar nicht entscheiden was er vielleicht braucht oder nicht braucht sondern kann während der Nutzung sehen welche Funktionen mir eigentlich fehlen, welche Functionen fehlen mir nicht, welche brauche ich nicht die ich vorher vielleicht trotzdem bekommen hätte.

00:10:22: Und das ist natürlich eine einfache Eine einfache Antwort, weil uns einleuchtet warum das für den Kunden vorteilhaft ist.

00:10:29: Aber der Punkt oder dein Punkt ist ja dass viele Entwicklungsprozesse im Hintergrund dafür aber heute noch gar nicht ausgelegt sind.

00:10:39: Wo

00:10:40: ist denn also?

00:10:40: wir haben jetzt verstanden wo es herkommt?

00:10:42: Aber wo siehst du denn heute eigentlich den größten Bruch?

00:10:45: Also wo ist denn im Engineering-Prozess eigentlich heute das größte Problem?

00:10:50: vielleicht der größte Roadblock?

00:10:51: Warum dass vielleicht heute auch noch nicht so gemacht wird, wie man es machen müsste.

00:10:55: Damit ein Fahrzeug tatsächlich dauerhaft weiterlebt?

00:10:58: denn diesmal?

00:11:00: Wo entsteht der größte Bruch?

00:11:03: Also tatsächlich ist das so.

00:11:05: in der Praxis sehen wir viele Brüche gerade in den Prozessen mit den ganzen Applikationen.

00:11:12: die Frage nach dem größten Bruch wenn ich drüber nachdenke und mich entscheiden müsste würde ich sagen an sich zwischen dem Variantenmanagement und im Test.

00:11:26: Warum?

00:11:27: Weil genau dieses oder anders formuliert, the requirements sind ja da.

00:11:33: Das sind formal vorhanden.

00:11:36: Tests werden logischerweise auch formal durchgeführt, Freigaben werden durchgeführt und auch formal erteilt.

00:11:44: Was aber fehlt denke ich ist genau diese Freigabe oder diese Verbindung Wurde diese spezifische Variante, die sich der Pascal jetzt konfiguriert hat auch tatsächlich getestet.

00:11:58: Weil das weiß man ja im Vorfeld gar nicht.

00:12:00: Wenn ich jetzt diese, wie es Markus Ösberg gesagt hat, diese Möglichkeit habe zu variieren mal früher zu konfiguren dann vielleicht nach dem Kauf weil ich was vergessen hab.

00:12:11: Das sind alles tolle Optionen.

00:12:12: aber die Frage ist Wie mache ich da diese Gültigkeit?

00:12:16: Wie habe ich den Nachweis der Gültigkeit, dass sich alle mögliche Kombinatorien tatsächlich auch getestet haben.

00:12:23: Weil in der Regel testet man eine Funktion... Man gibt auch ne Funktion frei.

00:12:29: aber hat man denn genau diese Funktion in der spezifischen Konfiguration die der Pascal jetzt gemacht hat tatsächlich auf Freigegemung getestete?

00:12:40: also es ist glaube ich dieser genau dieser Bruch zwischen Variantenmanagement und Test, was habe ich an Varianz?

00:12:48: Und was davon habe ich tatsächlich getestet.

00:12:51: Und wie kann ich das lückenlosen auffassen?

00:12:53: Ich glaube, dass ist der kritischste Punkt wenn du mich freigst wo der Bruch in der Praxis

00:13:00: ist.

00:13:01: Klingt ja aber für mich jetzt fast ein bisschen wie eine Mammut Aufgabe weil wenn man sich das Ganze natürlich vorstellt Ich habe das Gefühl, dass wir so ein bisschen moderne Fahrzeuge in der ganze Zeit lang natürlich auch aus einem Aspekt heraus diskutiert haben.

00:13:13: Dass eine Variantenvielfalt vielleicht sogar abnimmt.

00:13:16: Das war eine Diskussion rund um.

00:13:19: würde man zum Beispiel hardwareseitig Ausstattungen eher... Minimieren, was die Variantenvielfalt angeht um zu sagen.

00:13:28: Die klassische Überlegung wäre ja es ist eigentlich günstiger viele Fahrzeuge sehr hoch ausgestattet auszuliefern um eine Variante Vielfalt zu vermeiden.

00:13:35: hardware-seitig aber ob ne?

00:13:36: bestimmte Hardware Du hast vorhin das abländlicht und so weiter angesprochen bestimmte Sensorik Ob man sie dann am Ende nutzt könnte man dann für funktionen freischalten oder nicht.

00:13:46: und vermeintlich könnte man jetzt sagen über Auf der einen Seite sehr stark vorherrschende Plattform, Logik aktuell in der Automobilindustrie.

00:13:53: Und auf der anderen Seite vielleicht auch eben diese Variantenvielfalt auch ein wenig einzudämmen.

00:14:00: Einen Tesla Model S wüsste wahrscheinlich in deutlich weniger Varianten am Ende bekommen können als einen, ich sag jetzt einfach VW Golf oder VW Passat.

00:14:12: Es gibt ja auch immer diese schönen Zahlen, wie viele drei hoch irrsinnig viele zahlen eigentlich am Ende dann der Variantenvielfalt eines einzelne Modells sein kann.

00:14:21: Und da geht die Tendenz so ein bisschen hin das eigentlich weiter zurückzufahren Auch wenn man natürlich gesehen hat dass das in einer Produktion ganz furchtbar aufwendig und auch teuer ist.

00:14:30: Aber jetzt kommt er der Punkt Ist es nicht eigentlich so, dass Variantenvielfalt durch diese verschiedenen Software-Stände und die dauerhafte Weiterentwicklung von Software im Feld nicht eigentlich sogar steigt?

00:14:42: Also hier würde ich ein klares Ja machen.

00:14:46: Wobei ich sie ein bisschen differenzierter betrachten möchte.

00:14:48: Du hast zwei Themen angesprochen oder zwei wesentliche Punkte, die oft etwas miteinander vermischt werden.

00:14:54: Das eine ist in Plattformstrategien sozusagen würde ich sagen und das andere ist die Variante Vielfalt.

00:15:03: Typischerweise, wenn wir über Plattformen reden und Plattformstrategie war das immer sehr, sehr hardware bezogen.

00:15:10: Das heißt warum hat man eine Plattform Strategie gemacht?

00:15:12: Dann hat man im Prinzip die Zahl der Hardware-Konfigurationen reduziert weil ich sage oder wie du es schon gesagt hast, dass Auto schon vorher mit gewissen Sachen ausgestattet.

00:15:26: Nehmen wir mal klassische Funktionen Schiebedach was klar optional ist.

00:15:31: Aber wenn ich sage, jedes Fahrzeug hat ein Schiebedach blödes Beispiel, ob ich es dann auf oder zumachen kann entscheide dann die Software und ob der Kunde bezahlt.

00:15:40: Das war glaube ich so ein bisschen dein Beispiel.

00:15:42: Oder das Automatische abländlich.

00:15:44: grundsätzlich ist es vorhanden aber ich muss es über Software update aktivieren.

00:15:48: D.h.,

00:15:49: die Plattformstrategie löstes Problem meiner Meinung nach dass man die Hardware-Konfigurationen reduziert Die Varianten vielfällt aber, die steigt dadurch dass ich ja das ganze Thema auf die Software verlagert habe.

00:16:08: Das heißt mit mehr Funktionen und mit den ganzen Ländervarianten Ausstattungslinien Antriebsvarianten was der Markt nach wie vor fordert und auch da muss man ein bisschen differenzieren.

00:16:23: die Amerikaner konfigurieren ja nicht so sehr wie die Deutschen.

00:16:27: Das ist ja schon auch ein europäisches Phänomen, und ich würde fast mal sagen, ein bisschen deutsches Phänomien, dass wir Unmengen an Zeit damit verbringen vor einem Fahrzeugkonfigurator die beste Konfiguration rauszusuchen.

00:16:40: Das macht doch

00:16:40: Spaß!

00:16:41: Das macht auch Spaß!

00:16:42: Dann hat man das, dann ist das Paket nicht das Richtige, man wählt es wieder ab und konfiguriiert selbst noch... Da kann man eher nicht viel Zeit verbringen aber Man muss es ja anbieten als OE.

00:16:56: Man bietet im Prinzip diese Variabilität an, aber man verschiebt eigentlich die Komplexität oder von der Hardware-Konfiguration über die Plattformstrategie weil alles wer oder minder vereinheitlich wird mehr in Richtung Software.

00:17:14: und dieses Softwaremanagement ist natürlich ein anderes Thema wie die Hardwaremanagement Das ganze Thema Soft, das sich natürlich auch viel schneller endet.

00:17:23: Viel abhängiger ist untereinander.

00:17:27: Wenn ich sage an einem Fahrzeug, er hat eine gewisse Hardware-Konfiguration dann es ist klar, es braucht Bremsen, es brauchen Reifen und ein Antrieb.

00:17:36: So wenn ich jetzt aber eine Andersfunktion entwickeln möchte, dann brauche ich ja unterschiedliche Beziehungen zueinander.

00:17:44: Ich muss mit dem Bremssystem reagieren können, mit dem Antriebssystem, mit den ganzen Sensoren die verbaut sind und die kommen ja auch nicht alle vom gleichen Zulieferer.

00:17:53: Und das ist die Komplexität, die dann quasi wenn man von Software- und Autonomenbegdels redet oder STV dann exponentiell steigt im Vergleich zur Hardware.

00:18:04: Hast du das Gefühl dass diese Variantenvielfalt, die vor allem durch Software ausgelöst wird?

00:18:11: Vielleicht auch so ein bisschen der Gedanke, wir können das mit Software lösen.

00:18:15: Und dann sozusagen fühlt es Ganze eher zum berühmten Rattenschwanz, der dann länger ist als man vielleicht vorher eigentlich gedacht hat?

00:18:21: Hast du das Gefühl dass das vielleicht die Branche oder viele OEMs auch unterschätzt haben?

00:18:28: Schwer zu sagen!

00:18:30: Ich glaube was man unterschädzt ist die Auswirkung.

00:18:37: Da gibt's ja den berühmbigen Spruch wenn ich jetzt ein Stahlklotz bearbeitet, weil ich den braue.

00:18:44: Weil ich da meine Bleche formen muss, dann dauert das ja ewig lange.

00:18:50: Wenn man sich eine Erinnerung machen muss an so einem Blechwerkzeug, überlegt man sich das drei Mal noch.

00:18:56: So was ist der typische Spruch von einem Softwareentwickler?

00:18:59: Kannst du das schon erinnern?

00:19:01: Der sagt Ja klar!

00:19:02: Ist nur ne zwei-dreizei im Code Die Codierung selber.

00:19:06: mag sein dass es nur Zwei Drei Zeilen Code sind.

00:19:09: Der Rattenschwanz, von dem du gesprochen hast, der hinterhängt ist ja der Nachweis.

00:19:14: Was ändert sich dadurch?

00:19:15: Was ist davon alles betroffen?

00:19:17: Ist es functional safety relevant?

00:19:20: Haben wir damit vielleicht ein neues Einfallstour für Cyber Security?

00:19:26: und das ist glaube ich das was so ein bisschen vernachlässigt wird dass man sagt klar Software entwickelt sich viel viel schneller als hardware.

00:19:33: aber wenn nicht mein Backend und meine Prozesse nicht sauber durchgetaktet habe, dass ich genau diese Fragen beantworten kann.

00:19:42: Impact-Analyse Auswirkungen auf Funktionssafety ist es vielleicht sogar Homologationsrelaut?

00:19:49: Ich kann eine Softwareänderung machen wo dann mein Type Approval wieder neu gemacht werden muss Und wenn ich als OEM das nicht im Griff habe da relativ schnell drauf zu antworten Dann hab' ich's definitiv unterschätzt Weil die Änderung mit der Software ist schnell gemacht, Auswirkungsanalyse und wirklich den rechtlichen Nachweis zu erbringen.

00:20:12: Und das relativ automatisiert, dass es glaube ich die Kunst.

00:20:16: aber

00:20:18: hat sich denn vielleicht so ein kleiner Nebenaspekt bevor wir gleich auch weiter ein bisschen darüber sprechen wie man denn aufgestellt sein muss dafür?

00:20:25: Aber Homologationsaspekte sind ja auch eine Fragestellung von Rechtlichen, von Regularien.

00:20:31: Sind die eigentlich schon ausreichend auf das Thema Software und Software Defined Vehikel vorbereitet?

00:20:35: Also dass wir sagen mal einmal ganz davon abgesehen, dass sich vielleicht die Entwicklungsabteilungen eines OEMs auch irgendwo anpassen muss.

00:20:43: Ist man denn aber eigentlich auch schon auf der anderen Seite oder regulatorisch schon ausreichen dafür aufgestellt?

00:20:48: Das

00:20:52: ist ne gute Frage was ich beobachte.

00:20:57: Ich würde sagen, wir in Europa sind das schon relativ gut aufgestellt.

00:21:01: Es gibt einige UN-ECA Regelungen wie die R onehundertsechstenfünfzig für Software Update Management es gibt die hundert fünfundfünftig für Cyber Security.

00:21:10: aber das ist natürlich etwas was sich weiterentwickeln muss.

00:21:13: Wir reden ja teilweise auch schon gar nicht mehr vom Software Defined Vehicle sondern vom AI Defined vehicle wo Algorithmen quasi tatsächlich auch Entscheidungen treffen müssen.

00:21:23: Und das sind natürlich Regularien, die permanent angepasst werden müssen.

00:21:27: Weil immer wieder neue Szenarien entstehen, an denen man heute vielleicht gar nicht denkt.

00:21:33: und da muss ich auch ehrlicherweise sagen bin ich froh dass wir hier in Europa sind wo wir stark in dem Falle in der Regulierung sind und nicht erst warten bis etwas passiert.

00:21:45: Das ist ja in anderen Ländern so.

00:21:46: Da gibt es ja die Selbstzertifizierung in den USA.

00:21:48: Ich möchte gar nicht wissen wie sie es in China machen.

00:21:51: Da habe ich immer das Gefühl dort ist alles erlaubt, bis etwas passiert.

00:21:55: Und gerade wenn man über Autonomen es vorhanden spricht und wir in Deutschland die einzelnen sind den noch keinen Geschwindigkeitslimit haben bin ich eigentlich eher froh dass das viele Regularien gibt.

00:22:08: Das ist der positive Aspekt daran.

00:22:11: Der negative Aspekt daran ist wenn ich mir die Prozesse anschaue wie man homologiert und wie das alles funktioniert Dann ist das immer noch alles sehr, sehr viel papierbasiert.

00:22:23: Mit viel Bürokratie.

00:22:25: und die Frage ist wann ändert sich das?

00:22:28: Dass man sehr oder viel mehr über Simulationsnachweise quasi tatsächliche Fahrerprobungen und so weiter da nicht mehr braucht also mit der Geschwindigkeit tatsächlich mithalten kann weil wie gesagt es bringt mir wenig wenn ich auf eine mark an frage innerhalb von zwei Wochen die Funktion bereitstellen könnte, aber die Homologation dann sechs Monate braucht.

00:22:53: Und ich glaube diese Speed to Innovation fehlt mir noch so ein bisschen im

00:22:59: Homologationsprozess.".

00:23:02: Jetzt wollen wir aber doch wieder zurück sozusagen Back to Topic, kleiner Exkursende.

00:23:08: Und wir gehen wieder auf den OEM auch wenn der natürlich mit all dem ja am Ende umgehen muss und darüber sprechen wir heute wie er damit umgehen kann.

00:23:16: Wir haben jetzt festgehalten, wir wissen warum die Variantenvielfalt so stark steigt.

00:23:20: Wir wissen auch warum vielleicht viele Entwicklungsprozesse in der Vergangenheit sehr hardwareseitig und vor allem sehr SOP ausgerichtet entwickelt worden sind.

00:23:31: Versuchen wir jetzt gerade so ein bisschen an den Punkt zu kommen, indem wir genau verstehen wo eigentlich die Probleme existieren.

00:23:36: Wo eine Verbesserung stattfinden müsste bevor wir gleich darüber sprechen wie man es denn vielleicht auch hinbekommen kann.

00:23:41: natürlich aber Vielleicht noch mal ganz kurz an dem an dem punkt weil so ein bischen der claim der folge so der der der die catchphrase der folgen ist ja auch so ein Bisschen std wie auf der straße excel im engineering frage zeichen also du sprichst ja auch davon dass das vor allem im engineering und Wenn wir in Richtung Variantenmanagement, Variantenlogik schauen einfach auch viele Medienbrüche gibt.

00:24:05: Viele lokale Datenhaltung dann wird auf der einen Seite in Excel gearbeitet, dann wird wiederum mit anderen Tools, dann haben wir wieder Tool-Brüche.

00:24:13: Übergänge sprechen ja auch gerne über Datensilos und fehlende Durchgängigkeit an der ein oder anderen Stelle.

00:24:21: ist das würdest du auch sagen?

00:24:23: Auch eines Kernprobleme, warum es so schwierig ist mit dieser Variantenvielfalt am Ende auch sauber umgehen zu können?

00:24:29: Absolut.

00:24:32: Das ist mit eins der Kernpunkte das Thema.

00:24:38: ich würde sagen die Problematik ist bis zu einem gewissen Grad natürlich beherrschbar und es ist ja immer so das Thema würde mein Excel abschalten dann würden viele Unternehmen gar nicht mehr wirklich existieren.

00:24:52: Die Frage Wo ist es angebracht, dass ich das tatsächlich in Excel mache und wo muss sich tatsächlich mich neu orientieren?

00:25:03: Ich nenn's immer wenn zum Thema Variantenmanagement und Komplexität geht so ein bisschen der schleichende Tod.

00:25:10: Was meine ich damit?

00:25:12: Jeder kennt es von sich selbst wenn man ein Dokument hat und man muss es leicht abändern was macht man?

00:25:18: Man sagt Speichern unter dem englischen safe as.

00:25:21: das ist so die beliebteste Funktion.

00:25:23: Ich nehme das Dokument Speicher, mache kurz Änderungen und so menge ich meine Variats.

00:25:29: Das geht bis zu einem gewissen Grad je nachdem.

00:25:32: da kann man jetzt auch Experte drin werden.

00:25:34: Man sagt okay schaffe ich zehn Interationen und weiß dann eigentlich woher ich komme oder schaff ich zwanzig?

00:25:39: Aber das ist nicht mehr manage-part an den Excel.

00:25:42: Irgendwann kommt man im Punkt, wo man diese Komplexität auf Excel nicht mehr machen kann.

00:25:47: Ich war jetzt aktuell vor zwei Wochen gerade in Tokio auf einer Userkonferenz hatte da unter anderem auch mit dem OEM gesprochen und ich stand genau vor dem Problem.

00:25:59: Jetzt wird es vielleicht ein bisschen technisch, aber die hatten eine sogenannte QFD-Matrix Quality Function Diploment in Excel abgebildet.

00:26:08: Wo sie ihre ganzen Anforderungen.

00:26:10: wie löse ich das Problem?

00:26:12: verlinkt und bin vom Glauben abgefallen Das war eine Excel Datei mit über neununddreißig tausend Zellen Neunund dreißigtausend zellen Und die haben dann gesagt, okay bis jetzt hat es funktioniert.

00:26:27: Jetzt ist aber auch der Punkt gekommen wo wir nicht mehr weiter kommen und das war der Auslöser tatsächlich auf eine integrierte Touching zu gehen wo ich quasi skalierbar auditierbare Nachweise habe weil dass was sich in Excel macht die Variantenlogik ist genau das nicht.

00:26:45: sie ist nicht auditierbar sie ist nichts skalrierbar und kann mir auch nicht als nachweis dienen Ist ja auch nicht versönierbar und Excel ist ja auch kein Integrations-Tool.

00:26:56: Ich habe vielleicht meine Requirements in einem Codebeamer, ich hab' meine Tests vielleicht in einem Testsystem.

00:27:04: Wo verwahlte ich meine Freigaben?

00:27:06: Wie ziehe ich im Prinzip die Traceability über diese Toolchain durch?

00:27:10: Und das ist genau der Punkt wo viele Unternehmen heute stehen Auch mit dem SDV und Software Die sagen Traceability hat ja heute einen ganz anderen Anspruch.

00:27:22: Gerade wenn ich auf das Thema, wir hatten schon Homologationszertifizierung da verlassen sich die Auditoren nicht auf Annahme und die wollen auch keine neununddreißig tausend Zellen exelbasierte Datei nachverfolgen um dann zu schauen ahja das passt Und Schätzungen sind auch nicht zulässig.

00:27:44: Das heißt ich brauche eine systemseitige Tracability Und das kann Excel nicht leisten.

00:27:52: Wenn ich gerade so eine fragmentierte Toolchain habe oder Datenzielos, wie du es gesagt hast, dann ist eigentlich mit jeder Nahtstelle von einem System zum anderen schon fast eine solche Bruchstelle, die ich betrachten muss.

00:28:07: Vor allem aber – und das ist jetzt so mein Gedanke – wenn du gerade das schöne Beispiel genommen hast wo es irgendwann hieß ab jetzt kommen wir nicht mehr weiter sozusagen, müssen wir uns anders aufstellen dann reden wir ja aber heute nicht davon.

00:28:21: Und das geht gar nicht nur um das Thema STW, wir betrachten es auch genauso wenn man auf die grundlegendste Strategiarbeit von OEMs schauen nämlich die Unvorhersehbarkeit von Dingen.

00:28:32: also dass mit einbeziehen der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Veränderung Was bedeutet, dass wir im Prinzip jetzt auch nicht.

00:28:42: was ja nicht folgen kann ist der nächste Prozess der einfach nur auf das nächste stache Zielbild aber das Zielbild ist ein anderes verändert hat sondern es muss eigentlich Prozesse geben wie ich im Zeitalter des Software Defined Vehicles und dann auch AI Defined vehicles im Prinzip die permanente Weiterentwicklung und das permanente Fahrzeug leben.

00:29:00: Aber auch die Veränderung von Software das was alles in wenigen Jahren vielleicht technologisch noch kommen mag und möglich ist Das ja im besten Fall bestmöglich abbildet, damit ich in zwei Jahren nicht wieder an dem Punkt stehe.

00:29:13: An dem ich sage das was sich jetzt für das SDV mehr aufgebaut habe funktioniert jetzt eigentlich auch schon nicht mehr und es ist natürlich extrem komplizierter Fall.

00:29:22: Ich sag's ja, das gilt lange nicht nur fürs SDV.

00:29:25: Es geht da wirklich ganz grundlegend darum wie stellt man sich auf wenn sich immer alles verändert?

00:29:30: aber SDV und Software ist ein schönes Beispiel dafür.

00:29:34: wir haben schon ganz wenig über Lokalisierung gesprochen über lokale Anforderungen von lokalen Märkten.

00:29:39: Die nehmen immer stärker zu.

00:29:41: Oder andersrum formuliert, lokale Märkte akzeptieren immer weniger ein globales One Fits All und ein Fahrzeug was im Prinzip irgendwo in Europa gefertigt wird oder entwickelt wird und was dann in der ganze Welt exportiert wird.

00:29:57: und alle nehmen das Fahrzeug so wie es ist.

00:29:59: Gerade Software steht ja archetypisch für diese Entwicklung dass lokaler Märkte lokale Anforderungen haben was natürlich irgendwann genau diese auch dazu beiträgt dass diese Varianten vielfalls uns unermessliche steigt.

00:30:11: Aber Mikkele, vielleicht können wir dann nochmal so als dritten Block des Podcasts darüber sprechen.

00:30:18: wie kann man dem jetzt eigentlich her werden?

00:30:20: Wie sollte man sich aufstellen damit es klappt?

00:30:22: Wie kann ich mich aufstellen, damit ich vor allem auch diese permanente Weiterentwicklung, diese vielleicht auch Unvorhersehbarkeit tatsächlich heute auch irgendwo mit bedenke um etwas zu schaffen was so adaptiv ist das es sich entwickeln kann und nicht ein Prozess ist, der dann irgendwann auch wieder womöglich deutlich schneller als uns lieb ist.

00:30:43: Auch wieder outdated ist.

00:30:46: Genau.

00:30:48: Ja das ist natürlich ein großes Thema was du da ansprichst.

00:30:52: Da steckt ja viel drin.

00:30:54: wie mache ich meine Prozesse eigentlich resilient gegen äußere Einflüsse?

00:30:59: Wie hatte ich die stabil wohl äußeren Einflüssen den Bedroh Was wir natürlich sehen, aber wie gesagt das sind jetzt nur von mir Ideen.

00:31:11: Das ist keine Best Practice wo ich sagen kann dass es etabliert und das ist letztendlich die letzte Wahrheit.

00:31:19: Wo wir auf jeden Fall hin müssen ist weg von diesen starren Prozessen und das hat uns ja auch die Software Entwicklung vorgemacht mehr hin zu agilen Entwicklungsprozessen.

00:31:30: Also was wir immer sagen, from waterfall to agile.

00:31:34: Also weg von diesem klassischen Wasserfallprinzip mehr zu diesen agilen Prozessen.

00:31:42: Das wäre schon eines.

00:31:43: und natürlich ich höre schon wieder die Hardware Leute sagen ja aber ich kann ja auf meinem Beispiel von vorher zu referenzieren wenn ich einen riesen Werkzeug habe da kann ich nicht agile entwickeln, dann kann ich ihn nicht rausnehmen rein nehmen, was wegschleifen wie du wieder draufsetzt funktioniert er nicht.

00:31:58: Deswegen ganz klar, agil dort um möglich und vor allem sinnvoll.

00:32:05: Das andere denke ich was gemacht werden sollte ist auf der Systemseite tatsächlich ein sogenanntes Ende zu Ende Prozessdenken und das was du vorher gesprochen hast sie sich los dann entsprechend aufzumachen.

00:32:28: Warum sage ich das?

00:32:29: Wir sehen oft, dass diese Silos sich natürlich super optimiert haben.

00:32:34: Und wenn wir wieder sind beim Requirements-Management, wie stelle ich den sicher, dass meine Requirement auch sauber getestet worden sind?

00:32:42: Wie bringe ich denn diese Teams zueinander?

00:32:44: Typischerweise ist der Requiremen's Engineer nicht im Testing zugeordnet.

00:32:51: und wenn man es dann weiter denkt und sagt, wer ist eigentlich für OTA Updates verantwortlich?

00:32:56: Ist das noch des Engineerings?

00:32:58: oder ist das eigentlich Produktion?

00:33:02: Ich glaube, da müssen wir auch die Organisation entsprechend anpassen und Funktionen schaffen, die über diese Silos quasi drüber geben.

00:33:11: Und gesamtheitlich verantwortlich sind.

00:33:14: zu sagen ich bin tatsächlich Ende zu Ende verantwortliche Und nicht klassisch in Hardware Design, Software Design.

00:33:22: Dann nehmen wir typisches V einer Integration und Testing ist wieder eine eigene Sparte für sich.

00:33:28: Und dann auf einmal haben wir noch dieses ominöse OTA.

00:33:31: was ein sich so Produktionsrelevantes.

00:33:36: Die kümmern sich eigentlich wenn die Fahrzeuge fertig sind um Updates.

00:33:41: Das ist glaube ich mit dem Thema wo man organisatorisch dran gehen muss.

00:33:48: Was man auch wieder systemseitig schaffen müsste, ist genau diese Traceability systemisch zu verorten.

00:33:56: Weil was ist es denn?

00:33:58: Was wichtig ist wenn du sagst jetzt ändert sich etwas!

00:34:01: Was ist denn da das entscheidende Kriterium?

00:34:04: Das entscheidend kriterium ist ja wie schnell komme ich von einem Event und es kann vielleicht ein Rückruf sein oder es kann irgendein Problem im Feld sein?

00:34:17: habe ich dann im Prinzip eine Impact-Analyse geschaffen.

00:34:20: Wie schnell habe ich vielleicht entsprechend, kann ich da herausfinden welche Fahrzeuge betroffen sind um dann entsprechend schnell auch Countermeasures zu machen und Maßnahmen zu definieren?

00:34:35: Dann ist man glaube ich resilient aufgestellt wenn das in Stunden passiert.

00:34:43: Wenn ich tatsächlich aber auch dann den Lieferkette betrachte, was wir heute feststellen ist.

00:34:49: Beim OEM der kauft ja immer noch viel zu.

00:34:52: Was gut ist für die Lieferanten wie weit sind denn Lieferanden Verträge so ausgestaltet dass wenn Software drin ist?

00:35:00: Die sogenannte Software Bomb mitgeliefert wird für den OEM das der auch die vollständige Traizabilität hat.

00:35:07: Wenn vielleicht jetzt ein Cyber Attack stattfindet da muss er ja im Prinzip wissen wo welche Software Stücke sind da drin.

00:35:15: Und das muss zum Beispiel auch vertraglich verankert sein.

00:35:19: oder sollte, dass man da wirklich diese Durchgängigkeit hat.

00:35:22: Das heißt um es kurz zu machen ich würde sagen der der am schnellsten reagieren kann systemtechnisch in Stunden und nicht Wochen.

00:35:32: Um rauszufinden was für ein Impact hat dieses einzelne Event?

00:35:37: Der gewinnt in Zukunft ja Also tatsächlich systemseitige Traceability.

00:35:43: Ja, schöner Satz schön plakativ.

00:35:46: ich wollte nochmal einen Punkt noch mal kurz aufgreifen weil du gerade auch Ota angesprochen hast und auch ein bisschen über Verantwortlichkeit und am Ende steht das fast schon so ein bisschen neben den anderen Disziplinen.

00:35:58: Du sagst auch wenn ich bei einem Ota-Update nicht innerhalb von Minuten sagen kann welche Anforderung dahintersteht und wer sie freigegeben hat habe ich ein strukturelles Problem.

00:36:06: was sich mit dem nächsten Update nicht lösen kann Fand ich auch ein schön eindrückliches Statement.

00:36:11: Vielleicht erklärst du noch mal, was meinst du damit und wie kann man das vor allem lösen?

00:36:16: Was muss man denn innerhalb von wenigen Minuten eigentlich sagen können wenn man bei einem Auto-Update eine bestimmte Frage stellt?

00:36:24: Ich glaube die wichtigste zentrale Frage ist welche Fahrzeugkonfigurationen sind davon betroffen?

00:36:35: Da reden wir jetzt nicht über ein spezifisches Modell oder eine Baureihe, sondern tatsächlich runtergebrochen auf die Konfiguration.

00:36:45: Ja wenn ich jetzt einen Update machen muss was sicherheitsrelevant ist dann ist es natürlich wichtig rauszufinden im Feld welche Fahrzeuge sind davon betroffen und das natürlich unter gebrochen auch die Wegele Identification Number auf die tatsächliche Fahrzeugkonfiguration die, die wir hier festgestellt haben sicher über die Zeit ändern kann.

00:37:09: Über OTA-Updates und so weiter.

00:37:11: Das heißt ich muss zu jeder Zeit in der Lage sein Fahrzeug spezifisch die Konfiguration nachvollziehbar auslesen zu können damit dich dann entsprechend mein Update drauf machen kann.

00:37:23: das weitere ist natürlich Ich muss auch in der Lage sein weil viele Reden vom OTA update Was passiert denn mir des OTA Update im Feld?

00:37:35: dann, wenn man feststellt im Feld ist es fehlerhaft.

00:37:39: Wie schaut denn das Rollback-Mechanismus aus?

00:37:42: Auch das ist essentiell wichtig.

00:37:44: also nicht immer nur wie kriege ich die Software drauf?

00:37:48: was passiert im Fehlerfall?

00:37:49: Was passiert, wenn die Batterie vielleicht gar nicht vollständig geladen ist?

00:37:54: alle diese Szenarien um dann quasi ein Rollback einzuleiten das sauber zu machen und dann aber auch noch zu dokumentieren, wo erfolgreich, wo was fehlerhaft.

00:38:03: Wo muss ich vielleicht nachlegen?

00:38:05: Ich glaube, das sind so die Kernfragen.

00:38:08: Und wie gesagt Fahrzeugkonfigurations spezifisch.

00:38:15: Das muss man machen, weil ansonsten bleibt da mir nichts anderes übrig als die gesamte Fahrzeugflotte zurückzurufen, was sehr teuer werden kann, was wir auch schon gesehen haben.

00:38:25: Das heißt am Ende brauchst du im Prinzip eigentlich von jedem Fahrzeug, brauchst den digitalen Zwilling mit einem immer zum jeweiligen Zeitpunkt exakten Konfiguration so wie es sich in dem Moment gerade befindet.

00:38:39: Über Software-Varianten über Stände über Funktionen die gebucht wurden... Das ist ja ein unfassbar großes Projekt, weil man startet damit natürlich zu dem Zeitpunkt wo man mit Fahrzeugen startet die so aufgebaut sind.

00:38:53: Wenn wir jetzt in die Zukunft schauen dann gehen wir aber davon aus dass ab jetzt sozusagen alle Fahrzeuge so sind.

00:38:58: das ist ja etwas was immer weiter eigentlich unglaublich anwächst oder?

00:39:03: Ja, aber das ist nicht enough to help, es ist genau das was die UNECR eineinhalb bis sechs Jahre verlangt.

00:39:11: Sie verlangt ja im Prinzip genau das.

00:39:14: Sie verlangen den Nachweis A. ist das Update, was du durchführst lieber OEM-Sicherheitsrelevant oder Genehmigungsrelevant?

00:39:24: und wenn es das nicht ist dann ist es auch nicht schlimm weil da passiert auch erstmal nichts.

00:39:29: aber für alle anderen Fälle muss ich genau diese Rückverfolgbarkeit haben.

00:39:33: Und dann sind wir wieder bei dem Thema auch jetzt technisch, dieser sogenannten RX Swin, wo im Prinzip jedes Software Update eine sogenannte Software Identification Number bekommen muss für die spezifischen UNICE Regelung und für das entsprechende Steuergerät.

00:39:52: also da sind schon Regeln, die heute aktiv sind.

00:39:57: Also das ist jetzt nichts was in Zukunft erst kommt, sondern heute muss der OEM das schon nachweisen können.

00:40:05: Michill ich würde gern zum Abschluss weil wir jetzt relativ viel... Wir haben jetzt viele Probleme auffrischt gemacht.

00:40:11: Wir haben sozusagen geklärt was vielleicht die Herausforderungen vor allem im Engineering von modernen Fahrzeugen und Softwaredefine Vehicles sind und sind natürlich auch ein bisschen eingestiegen darin wie man an der einen oder anderen Stelle dem her werden kann.

00:40:24: aber Wenn wir jetzt wirklich zum Abschluss nochmal schauen und dir die Frage gestellt.

00:40:32: Ja, welche?

00:40:33: Was muss denn jetzt ein OEM tun von dem du jetzt sagst, da fragt dich jetzt Michele was sollen wir machen?

00:40:39: Wir sind vielleicht noch nicht optimal aufgestellt.

00:40:42: nennen mir mal die drei Punkte wie ich jetzt am besten loslegen kann damit ich überhaupt in die richtige Richtung erstmal gehe.

00:40:48: gute frage.

00:40:49: Ich glaube ich würde ihn fragen Die erste Frage die sich um OEM stellen würde wäre Kann er mehr Innerhalb und das immer wieder bei dem Beispiel innerhalb einer Stunde sagen, welche Software-Version in welchem Fahrzeug installiert wurde von wem sie freigegeben wurde.

00:41:08: Und was der Test und Rollback Nachweis dafür ist?

00:41:12: Das wäre so die erste Frage, wo ich den OEM mal provozieren würde und dann sage, schaffst du das geht das?

00:41:18: Ja

00:41:19: wenn er jetzt sagt, Herr Delmono Ich weiß es leider nicht Was würdest Du denn sagen Wo muss man dann starten?

00:41:28: Klar, ich bin jetzt ein Software Anbieter.

00:41:31: Ich würde sagen natürlich muss man da nicht durchgehen hier die Software Toolchain haben.

00:41:36: aber genau das würde ich auch mehr anschauen und ich würde mir als erstes im Prinzip sein Tracability Nachweis anschauen.

00:41:43: Sag wie managt er heute Requirements?

00:41:45: Wie gibt dir die frei?

00:41:47: Wie läuft in Prinzip genau das was ich vorher gesagt habe dieser Ende zu Ende Prozess?

00:41:51: Wie können wir denn nachweisen dass das war es am Anfang gefordert wurde über das Variantmanagement, über die Konfiguration freigegeben wurde, getestet wurde?

00:42:02: und wo ist das alles dokumentiert?

00:42:05: Und ist das durchgängig dokumentiert.

00:42:07: Ist da ein fester Prozess dahinter?

00:42:08: Ist es wiederholbar?

00:42:10: Ist das nachweisbar so dass eigentlich auch der Auditor in Anführungszeichen auch sein okay geben würde?

00:42:16: also ich würde mit dem Prozess anschauen über den Prozess die Toolkette und dann natürlich die Medienbrüche zwischen diesen Tools.

00:42:25: Und das ist auch das, by the way was wir heute natürlich feststellen bei den OEMs.

00:42:31: Eine Konsolidierung der Toolchains weil da einfach zu viele Tools sind so viele Schnittstellen und jede Schnittstelle wie ich schon vorher gesagt habe es eigentlich eine Art Zollbruch-Stelle die gefahren birgt und die versucht man jetzt zu eliminieren.

00:42:48: Braucht das eigentlich auch andere Skills?

00:42:51: verändert dass die Rolle von einem Entwicklungs oder Test Ingenieur?

00:42:54: Oder geht es da schon eigentlich eher primär um Prozesse und Tools?

00:43:00: Ich würde nicht sagen, dass man da unterschiedliche Skills braucht.

00:43:03: Der Testingenieur ist da wo er im Testing ist.

00:43:05: Das ist richtig!

00:43:07: Ich glaube was man braucht ist eher... ich würde es mal verorten in der Systemarchitekturrolle vielleicht und zwar einer der diesen Gesamtprozess übersieht.

00:43:19: Ja, weil der Test-Entwickler oder Test-Engineur kennt seinen Test.

00:43:22: Der Requirements Engineer ist ein Requirement für System Architekt, seine Systemarchitektur.

00:43:28: aber wer ist denn der tatsächliche Prozess-Oner End to end?

00:43:31: Der genau über diesen Silos sitzt.

00:43:34: Wer schaut denn in die Silos rein und kann beurteilen was ist denn für das Unternehmen wichtig und nicht für das einzelne Silo?

00:43:41: Die haben sich schon optimiert, sind ja optimiert Aber wie schaut dann quasi der durchgängige Fahrt aus?

00:43:47: diese skill braucht man also jemanden der quasi prozesse von abis b zu ende denken kann.

00:43:54: Über die silos hinweg natürlich mit einer neutralen sicht logischerweise.

00:44:00: das braucht man

00:44:03: mich gerne.

00:44:04: ich möchte dir gerne Das letzte Wort überlassen.

00:44:07: Wir haben heute ein bisschen versucht, auch vor allem ganz explizit mit Hinblick auf dahinter liegende Prozesse, auf Engineering-Prozesse so ein bisschen den Abgleich Wunsch und Wirklichkeit was das SDV angeht zu machen.

00:44:20: wenn du unter all das was wir heute besprochen haben sozusagen als Fazit nochmal einen Strich drunter ziehst Was wäre dein Dein Claim oder vielleicht auch ein bisschen deinen Dein Appell würde ich sogar sagen?

00:44:33: Mein Appell wäre tatsächlich hinzugehen und zu sagen, was ich sehe ist dass ja Investment da sind.

00:44:43: Aber die Invests werden überwiegend in Tools gemacht Es wird weniger auf den Gesamtprozess geschaut.

00:44:55: Und mein Appell wären tatsächlich hinzugehen und so sagen wie kann nicht eine Kultur Wie kann ich ein Organizational Change Management etablieren, das Prozesse nicht bis SAP gedacht werden sondern darüber hinaus.

00:45:13: Und wie muss sich meine Prozese ändern?

00:45:16: Dass sich da vielleicht auch andere Verantwortlichkeiten neue Funktionen etablieren muss und dass tatsächlich kritisch hinterfragen, wo stehe ich da?

00:45:25: was muss ich noch tun?

00:45:28: Denn wir alle wissen, wie es gerade um die Automotive Industrie steht.

00:45:31: Vor allem in Europa.

00:45:34: Ich glaube, wir können das.

00:45:35: Wir sind stark aber da braucht's jetzt nochmal einen stärkeren Schiff im Mindest.

00:45:43: Also manchmal einfach gerne mal ein Schritt zurückgehen, ein Schritt raus treten sozusagen und mal aufs große Ganze ein bisschen mehr schauen.

00:45:50: mit Michele Ich danke dir, ganz herzlich.

00:45:53: Ich mag es immer gerne und freue mich immer wenn wir so ein bisschen auch ich nenn's mal Beyond the Hype schauen weil auf der einen Seite unterhalten wir uns natürlich auch in der Automobilindustrie viel über die entsprechenden Hypthemen sei es das Software Defined Vehicle, sei es Agentic AI und zu all dem gehört aber eben auch eine Fragestellung was steht denn eigentlich dahinter?

00:46:13: Was bedeutet das am Ende in der Organisation um?

00:46:15: wie muss ich mich dafür aufstellen damit nicht nur vordergründig und schön vielleicht nach außen hin verpacke, sondern damit das Ganze dann auch wirklich auf einem entsprechendem Fundament steht.

00:46:29: Also Michill ganz herzlichen Dank für das Gespräch heute!

00:46:32: Hat mich gefreut.

00:46:34: Ich hoffe natürlich auch allen die zugehört haben hat es einen kleinen Denkimpuls gegeben, einen kleinen Anstoß vielleicht auch mal sich diese entsprechenden Prozesse über die wir heute gesprochen haben noch einmal anzuschauen rauszutreten, wie wir es gerade gesagt haben aus großem Ganzen zu schauen.

00:46:50: Ich sage ganz herzlichen Dank an alle fürs Zuhören.

00:46:52: Sage herzliche Dank an dich Michele und wir hören uns in der kommenden Woche mit der nächsten Folge wieder!

00:46:57: Danke schön!

00:46:58: Bis dahin

00:47:12: ciao!

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