Was bringt der EU-Indien-Deal für die deutsche Autoindustrie?
Shownotes
Die „Mutter aller Abkommen" ist in trockenen Tüchern. In Neu-Delhi besiegelten Vertreter der EU und Indiens eines der größten Handelsabkommen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Die neue Freihandelszone soll in den kommenden Jahren massiv Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen -- ein besonders positives Signal für die Autohersteller und -zulieferer. Denn durch den Mega-Deal sind die Tore für Exporte von Autos und Komponenten auf den viertgrößten Automarkt der Welt weit geöffnet. Und nicht nur das. Das für seine IT-Services und große Anzahl an Software-Top-Talenten bekannte Land rückt nun auch in Sachen digitaler Kooperation deutlich näher an Europa. Kein Zweifel: das Abkommen ist in Zeiten geopolitischer Verwerfungen und globaler Handelskonflikte das absolut richtige Signal.
Was der EU-Indien-Deal für die Automobilindustrie bedeutet: https://www.automobil-produktion.de/management/wie-der-euindiendeal-die-globale-autoproduktion-veraendert/2596060
Wie das Abkommen den IT-Austausch zwischen Europa und Indien verbessert: https://www.automotiveit.eu/strategy/euindiendeal-vereinfacht-den-itaustausch-in-der-autobranche/2596267
Mehr zu Pascal und Yannick finden Sie auf LinkedIn: Pascal Nagel: https://www.linkedin.com/in/pascal-nagel/ Yannick Tiedemann: www.linkedin.com/in/yannick-tiedemann
Hinweis: Die im Podcast getätigten Aussagen spiegeln die Privatmeinung der Gesprächspartner wider und entsprechen nicht zwingend den Darstellungen des jeweiligen Arbeitgebers
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00:00:01: Nach fast zwanzig Jahren Verhandlungen gibt es nun ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU.
00:00:07: Wieder Deal aussieht, was er für die Automobilindustrie in Sachen Fertigung und Lieferketten bedeutet und welche Auswirkungen es auf IT, Softwareentwicklung und Outsourcing hat.
00:00:16: Das besprechen wir in der heutigen Folge, was mich bewegt.
00:00:24: Was mich
00:00:25: bewegt, der Automotive-Podcast.
00:00:34: Janik!
00:00:35: Gerade einmal zwei Tausend Sieben Gespräche aufgenommen und schon ist man fertig.
00:00:40: Du sagst es, es sind zwanzig Jahre Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien.
00:00:46: Ja, so lange dauert es tatsächlich, bis solche Handelsabkommen zustande kommen.
00:00:51: Ich glaube, das momentan ja auch noch verhandelte Mercosur-Abkommen hat noch länger gedauert.
00:00:56: Also beziehungsweise ist es ja noch nicht abgeschlossen, wie wir ja wissen.
00:01:00: Also das Handelsabkommen zwischen der EU und den Staaten Südamerikas.
00:01:05: Aber ja, zwanzig Jahre, auch eine lange Zeit für das jetzt letzte Woche zustande gekommen Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Subkontinent Indien.
00:01:16: Ja, lange Pausen, Neustarts, geopolitischer Druck im Hintergrund haben das so lange hinsiehen lassen.
00:01:22: Und jetzt ist es nun letzte Woche so weit gewesen.
00:01:25: Ja, beide Seiten sprechen an der Stelle.
00:01:28: von einem neuen Kapitel in den strategischen Beziehungen und sogar auch vom Mutter aller Abkommen.
00:01:34: Also da kann man schon ein bisschen ablesen, dass das ein großes Ding war für beide Märkte bzw.
00:01:41: auch für beide Regierungsvertreter im Falle der EU natürlich die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die vor Ort war und das Abkommen mit unterzeichnet hat.
00:01:50: Ja.
00:01:51: Wir schauen uns das heute mal an, Janik.
00:01:52: Wir schauen drauf erstmal natürlich Was überhaupt dieser Deal umfasst, wie das Ganze jetzt aussieht, was man dort verabschiedet hat.
00:02:01: Du hast gerade gesagt, Mutter, alle Abkommen aus doch geopolitischer Spannung angesprochen.
00:02:05: Die werden natürlich auch dazu beigetragen haben auf der anderen Seite, dass das jetzt dann doch auch... schnell ging, ich sag mal zwischen den Mächten China und USA, die natürlich geopolitisch gerade ein bisschen die Welt aufwühlen, ist da natürlich dann der strategische Zusammenarbeit zwischen der EU und auch auch Indien natürlich auch wichtiger und zentraler geworden.
00:02:28: Aber bevor wir drauf schauen, was das ganz eben für die Autoindustrie bedeutet, Janek, gib uns doch mal einen kurzen Roundup, was eigentlich jetzt entschieden wurde.
00:02:37: Ein kurzer Satz noch zu dem, was du eben gesagt hast, beide Betonen, also beide Vertreter der Regierung betonen eben auch, dass man so ein bisschen ein Signal setzen will jetzt an der Stelle, so ein bisschen gegen den globalen Trend der protektionistischen Handelskonflikte, ein Signal für den regelbasierten Handel, den wir so ja eigentlich gewohnt seit vielen Jahrzehnten in der Weltwirtschaft, den freien Handel und eben nicht Das, was wir gerade viel mit den USA erleben, mit den Zoll-Angedrohungen und den Zoll-Regimen, die da im letzten Jahr speziell eröffnet wurden.
00:03:10: Ja, aber du sagst, wir wollen mal draufschauen auf die konkreten Maßnahmen bzw.
00:03:15: die konkreten Inhalte dieses Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien.
00:03:19: Und ein zentraler Punkt dabei ist natürlich das Handelshemmnis schlechthin.
00:03:24: Das sind die Zölle auf bestimmte Waren, auf bestimmte Produkte an der Stelle.
00:03:29: Das ist ein bisschen das Herzstück des Deals.
00:03:31: Also Indien senkt oder streicht Zölle auf über sixundneinzig Prozent der EU-Waren-Exporte.
00:03:39: Ja, die umfassendste Marktöffnung, die Indien je einem Handelspartner gewährt hat.
00:03:45: Gucken wir mal rein, was das genau für Zollsenkung sind.
00:03:48: Also zum Beispiel für uns natürlich besonders spannend auf Autos, auf Pkw sollen die Zölle, die momentan teilweise bei hundertzehn Prozent liegen.
00:03:59: in der nächsten Zeit auf bis zu zehn Prozent runtergehen, also eine deutliche Zollsenkung an der Stelle.
00:04:05: Wichtig auch, können wir gleich auch noch mal drüber sprechen, Autoteile, also Komponenten für Fahrzeuge, sollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren auch vollständig abgeschafft werden.
00:04:15: Auch noch ein wichtiger Faktor, wenn man so ein bisschen schaut, wie sich jetzt auch vielleicht Produktionsnetzwerke in Indien dann am Ende entwickeln.
00:04:23: oder ausbauen, dann gibt es weitere Zollsenkungen auf Maschinen, Chemikalien, Arzneimittel, hier gibt es auch teilweise große Zollsenkungen und auch Agrar und verarbeitete Produkte wie Süßfahnen oder alkoholische Getränke sollen da begünstigt werden.
00:04:38: Wichtig ist auch an der Stelle zu sagen, du hast es in deiner Einleitung auch angedeutet, es geht nicht nur um wirklich hardware und Produkte an sich, sondern auch um den Dienstleistungssektor, der in Indien ja auch sehr wichtig ist, vor allem bei IT, bei Ingenieurs Dienstleistung, bei Unternehmens-Services soll der Marktzugang erleichtert werden.
00:04:58: Indien ist da ja ein globaler Champion, was diesen Wirtschaftsbereich, diesen Wirtschaftssektor angeht, von daher natürlich auch ein wichtiger Punkt, den wir gleich noch besprechen können.
00:05:09: Insgesamt sollen auch, also das Freihandels kommen muss man vielleicht noch mal dazu sagen, ist wirklich sehr detailliert, es gibt sehr viele Details, was denn da jetzt auch alles drunter fällt.
00:05:18: Und da indrem eben auch sollen Bürokratie, weitere Handelshemmnisse, langwierige Fahrfahren zwischen Unternehmen sollen abgebaut werden.
00:05:27: Das ist auch ein wichtiges Signal, nicht nur für große Konzerne, für große Unternehmen, sondern auch für den Mittelstand, der sicherlich dann auch leichter Handel treiben kann mit anderen Unternehmen.
00:05:39: oder mit dem Markt in Indien.
00:05:41: Also hier sind auch noch neben dem klassischen, wir senken die Zölle auf Teile oder auf komplette Fahrzeuge eben auch noch andere Handelshemmnisse abgebaut worden.
00:05:52: Also ein sehr umfassendes Abkommen zwischen beiden
00:05:55: Märkten an der Stelle.
00:05:57: Du sagst es vielleicht an der Stelle schon mal der Hinweis, wir haben natürlich auch umfassende Berichterstattungen auf unseren Websites.
00:06:03: Automotive IT und Automobil Produktion.
00:06:06: einfach, weil du schon gesagt hast, dieses Abkommen ist sehr komplex, sehr umfassend mehr als wir das natürlich hier im Podcast in Detailtiefe besprechen könnten, aber Sinn und Zweck.
00:06:19: Dieses Gesprächs ja nicht zwischen uns beiden ist ja auch nicht, dass wir jetzt hier eine vierzigminütige Nacherzählung dieses Deals machen.
00:06:25: Ja, das können Sie, das können alle nachlesen, sondern natürlich auch dazu zu kommen, das Ganze einzuschätzen.
00:06:31: Und du hast es ja auch schon gesagt, sicherlich für die, vor allem für die Automobilindustrie.
00:06:36: Nicht nur, ganz klar, nicht nur.
00:06:38: Deutschland natürlich auch andere oder die EU, andere starke Industrien, die natürlich von diesem, von diesem Deal auch profitieren.
00:06:45: Aber wir schauen jetzt auf die Autoindustrie, die ganz sicher sogar stark davon profitieren wird.
00:06:51: Und wenn wir das Ganze jetzt mal versuchen, so ein bisschen aufzudröseln, ja, du hast gesagt, im Portzölle werden schrittweise auf ungefähr zehn Prozent gesenkt.
00:07:00: Da geht es ja auch um Kontingente.
00:07:02: Da wird es jetzt um ein Kontingent.
00:07:04: Die Rede ist an etwa zweihundertfünfzigtausend Einheiten jährlich und zwar auch oberhalb von fünfzehntausend Euro.
00:07:12: Das heißt, auch da muss man jetzt an der Stelle sozusagen so ein bisschen nochmal Einschränken ist aber vielleicht ein gegenseitig ist eine win-win Situation.
00:07:20: Ich komme gleich drauf, warum ich das denke.
00:07:23: Insofern, als dass man klar sagen muss, Indien öffnet den Markt, wenn sozusagen keine Konkurrenz für heimische Fahrzeughersteller entsteht.
00:07:32: Das heißt, Indien will keine Konkurrenz schaffen zu vor allem den heimischen Herstellern, die eben auch im niedrigen Preissegment unterwegs sind.
00:07:42: Man könnte im Prinzip sagen, man öffnet sich gegenüber eher so ein bisschen den Premiumherstellern, wo wir weder über sehr großes Volumen sprechen, noch über dieses sozusagen sehr kompetitive Preissegment.
00:07:57: Das heißt, da schon mal insofern die Einschränkung, als dass man sagt, so ein bisschen zu den, ich sage es jetzt erlaubt, zu den vor allem europäischen Premiumherstellern, ihr könnt hier ruhig herkommen, ihr macht unseren lokalen, unseren lokalen Herstellern, macht ihr damit keine Konkurrenz.
00:08:13: Aber Wenn es dann eben doch mehr werden sollte, vor allem was das Volumen angeht, dann muss man schon sozusagen stark in inländische Produktionskapazitäten investieren, das sagt auch so ein bisschen, das ist auch ganz klar gesagt worden, zum Beispiel ist da aus dem indischen Handelsministerium, wurde das ein bisschen so formuliert, wer über die Quoten hinaus verkaufen wolle, müsse in Indien produzieren.
00:08:40: Das heißt, man gibt jetzt sozusagen auch der europäischen Automobilindustrie so ein bisschen die Gelegenheit, den Markt auch ein bisschen noch mal stärker anzutesten als bisher.
00:08:49: anzutesten, ob diese Fahrzeuge funktionieren, ob sich höheres Volumen lohnt und wenn ja, dann tatsächlich auch in lokale Fertigungskapazitäten zu investieren.
00:08:59: Und da kommt jetzt wiederum das Spiel, was du schon genannt hast, was wahrscheinlich für den Deal sogar noch der etwas entscheidendere Faktor ist, nämlich den kompletten Zollabbau innerhalb der nächsten Jahre für Komponenten.
00:09:13: Das macht natürlich überhaupt erst Aufbau von internationalen Lieferketten tatsächlich Interessant, also auch wenn europäische Zulieferer dabei ins Spiel kommen, wenn es darum geht tatsächlich einfach Teile und Komponenten sozusagen nach Indien zu bringen, um dort dann am Endeffekt auch lokale Produktionskapazitäten aufzubauen.
00:09:33: Lieferketten überhaupt erst globale Lieferketten sozusagen zwischen Europa und Indien aufzubauen, Teile dort zu fertigen, lokal zu produzieren, Teile zu importieren und so weiter.
00:09:44: Das sind im Prinzip dieser zweite Aspekt, der für die Automobilindustrie hier wirklich so relevant ist.
00:09:52: Am Ende eben auch tiefer in Produktion und Wertschöpfung.
00:09:56: einzusteigen.
00:09:57: es gibt doch noch janik und das wäre jetzt tatsächlich schon fast ein bisschen zu tief.
00:10:01: aber es gibt auch noch regeln die zum beispiel dann auch was die was die wertschöpfung angeht also wo die stattfinden muss in welchem in welchem ausmaße und so weiter.
00:10:10: das ist an der stelle für das vielleicht zu weit oder schon zu sehr ins detail.
00:10:14: aber hier ganz klar gesagt mit dem deal können europäische automobil hersteller einfacher den indischen markt sozusagen für sich austesten die attraktivität des marktes noch ein bisschen stärker als bisher ab ist auch nicht so als gäbe es keine aktivitäten europäischer hersteller in indien bislang schon erfolgswagen hat schon ein werk in indien Mercedes-Benz fährt montiert dort lokal zum beispiel den maybach gls speziell für den indischen markt.
00:10:40: es gibt natürlich da schon entsprechende aktivitäten aber Jetzt natürlich nochmal durch das Abkommen viel stärker die Möglichkeit ja vor allem im etwas höherpreisigen Segment tatsächlich den Markt zu testen und wenn der Markt anspricht eben auch in lokaler Fertigung und in Aufbau tatsächlich internationaler Lieferketten zwischen Europa und Indien dort zu investieren und das macht im Prinzip so ein indisches Produktionsnetz auch eigentlich erst attraktiv und relevant.
00:11:12: Ja, also ganz grundsätzlich muss man sagen, diese Marktöffnung jetzt, wenn wir mal ein bisschen auf die deutschen Hersteller schauen oder auf die europäischen Hersteller schauen, ist das natürlich eine große Chance.
00:11:21: Es ist ein Ab-and-coming-Market im Bereich Automobil.
00:11:27: Die Mittelschicht in Indien wird auch immer größer, die Möglichkeiten eben auch teurere Fahrzeuge zum Beispiel SUVs zu kaufen.
00:11:35: Die werden für immer mehr Menschen auch realistisch.
00:11:38: Von daher ist das natürlich auch für speziell die Anbieter von etwas teueren Fahrzeugen und da haben wir in Deutschland durchaus ein paar dabei, die vielleicht sehen, dass es in China nicht mehr so einfach läuft und dass man eben dort nicht mehr so stark vertreten ist und dort auch Marktanteile verliert, ist Indien vielleicht schon auch.
00:11:58: ein Markt, der in Zukunft deutlich mehr relevant ist.
00:12:01: Momentan sind die Marktanteile der deutschen Hersteller da noch sehr gering, muss man sagen.
00:12:06: Also das ist jetzt nicht so, dass hier in den bislang schon der zentrale Markt für die deutschen Hersteller war, aber das kann sich in Zukunft noch entwickeln.
00:12:13: Das, was du gerade sagst, wollte ich auch noch mal darauf eingehen.
00:12:16: Das ist auch, also das durch die Möglichkeiten, die jetzt auch die Teile Logistik bietet, also dass man auch vor Ort Produktions- und Lieferketten aufbauen kann.
00:12:26: Das ist natürlich auch so ein bisschen eine zweischneidige Sache.
00:12:30: Man kann natürlich auch sagen, ja, einige der Hersteller haben ja schon Werke vor Ort.
00:12:34: und wenn man jetzt sagt, man öffnet den Markt jetzt für Importe aus Europa, dann könnte das Ganze vielleicht ja auch so ein bisschen kontrakiriert werden, dass man das, was man bislang dort versucht hat, aufzubauen, vielleicht durch diese Öffnung, dass man jetzt sozusagen den Markt erstmal mit mit PKW von außen überschwemmt bzw.
00:12:52: öffnet, vielleicht dann die Bemühungen einen Produktionsnetzwerk dort aufzubauen, vielleicht so ein bisschen kontrakariert, könnte man anbringen diese Kritik.
00:13:00: Das ist natürlich auch mal so ein bisschen die Frage, wie schnell werden sich jetzt diese Zollhemme, diese... Diese Senkung der Handelsbarrieren auch auswirken auf die Strategien, was die Lokalisierung von Produktion anbelangt.
00:13:12: Also wir haben ja gesagt, dass die die Senkung der Zölle für Autoteile, für Komponenten ja erst in den nächsten fünf bis zehn Jahren stattfinden.
00:13:20: Also ist so ein bisschen die Frage.
00:13:24: Haut man jetzt erstmal die Fahrzeuge auf den Markt oder fokussiert man sich jetzt erstmal auf den Aufbau eines Produktionsnetzwerks von Ort?
00:13:31: Da könnte ich mir vorstellen, wenn man so ein bisschen die Reaktionen der Autohersteller auf die aktuellen Entwicklungen anschaut, könnte man vielleicht die Meinung bekommen, man schaut erstmal zu, dass man die Autos vor Ort bringt und bevor man da jetzt eine eigene Produktion oder die Produktion weiter ausbaut.
00:13:45: Das ist so ein bisschen, was sich jetzt in nächster Zeit noch entwickeln muss.
00:13:50: Ja, aber deswegen natürlich aber auch klar diese Begrenzung auf diese Einheiten, auf diese Zweihundertfünfzigtausend Einheiten, weil das eben auch
00:13:58: ganz klar
00:13:59: eher einfach ein Markt antesten ist, gleichzeitig einfach einen enormen Investitionsdruck ausübt, weil oberhalb dieser Quote dann einfach diese Vorteile auch wieder entfallen.
00:14:11: Also ich glaube, dass man im Prinzip nicht das eine tun kann, ohne das andere zu lassen.
00:14:15: Es ist schon etwas, wo man in einer gesamthaften Strategie Ganz klar als europäischer Hersteller sagen muss okay, es fällt uns jetzt leichter diese Fahrzeuge nach Indien zu exportieren.
00:14:26: Gleichzeitig fällt es uns leichter dort lokal eben auch Fertigungs- und Logistikkapazitäten aufzubauen.
00:14:32: Beides macht wahrscheinlich aber auch nur irgendwo in einer gewissen Kombination Sinn.
00:14:37: Das heißt, Indien kriegt im Prinzip sozusagen auch ein bisschen natürlich den Know-how-Transfer am Endeffekt natürlich auch wieder große Arbeitgeber ins ins Land.
00:14:47: Und wie du schon selber sagst, die europäische Automobilindustrie gewinnt einen Absatzmarkt, der sicherlich ja auch in der Sicht vieler Analysten einer der am stärksten wachsenden Fahrzeugmärkte der Welt ist und mit Sicherheit in Zukunft äußerst attraktiv sein wird, gerade weil, wie du ansprichst, China dort so ein bisschen als Markt wegbricht.
00:15:12: Dort auch so ein bisschen der Unterschied.
00:15:14: Und da können wir vielleicht auch gleich nochmal kurz darauf kommen.
00:15:17: Aktuell gibt es, glaube ich, keine und da möchte ich jetzt lokalen Herstellen in Indien jetzt nicht zu nahe treten.
00:15:24: Aber da steht man momentan noch nicht in einer zu großen Konkurrenzsituation zueinander, was am Endeffekt tatsächlich Fahrzeugsegmente, Volumen versus Premium und so weiter angeht.
00:15:34: Was ja schon einer der Gründe ist, warum China momentan wegbricht, weil lokale Player eben dort so wichtig werden inzwischen.
00:15:41: Und interessant ist jetzt auch, und das an der Stelle nochmal dazu gesagt, dass nämlich Elektrofahrzeuge, nämlich explizit mindestens mal für fünf Jahre lang von diesen Zollreduktionen ausgenommen werden.
00:15:52: Das heißt, man möchte momentan vor allem, um eben die ja noch junge Elektromobilität in Indien rund um Tata, rund um Mahindra, möchte man schützen.
00:16:03: Das heißt, da geht Indien tatsächlich mit Auge vor und sagt, na ja, da müssen wir uns aber erst mal noch sortieren, da müssen wir erst mal was aufbauen.
00:16:12: Diese Gelegenheit müssen wir bekommen, die nehmen wir uns auch.
00:16:15: Also gelten explizit diese Zollreduktionen nicht für batterieelektrische Fahrzeuge.
00:16:22: Danach soll es auch weiterhin zum Beispiel Kontingente geben, die auch gar nicht furchtbar hoch sind.
00:16:27: Also man spricht zum Beispiel so Richtung neunzigtausend EWs pro Jahr.
00:16:31: Sollen diese zweihundertfünfzigtausend... Wenn man sich
00:16:34: den Markt anschaut, ist das nicht viel.
00:16:36: Das
00:16:36: ist nicht viel.
00:16:37: Ja, da sollen nämlich diese zweihundertfünfzigtausend Einheiten jährlich, sollen nämlich aufgeteilt werden in hundertsechzigtausend Verbrenner und neunzigtausend EWs.
00:16:46: Also an der Stelle geht es Indien, das merkt man schon auch darum, da will man jetzt noch wenig sich die Zeit geben und den Localplayern auch die Zeit gönnen, sich zu entwickeln.
00:16:59: Danach geht es natürlich aber schon darum auch durch europäische Technologie, lokale Fertigungskapazitäten und so weiter natürlich auch lokale Kompetenzen zu stärken.
00:17:09: Also hier insgesamt muss ich wirklich sagen, so als kleines Fazit hinter diesen Fertigungs- und Logistik- und Lieferketten- und Produktionsanteil.
00:17:19: Ein absolut spannender Deal finde ich für die europäische Automobilindustrie.
00:17:25: Das Ganze geht übrigens auch noch in die andere Richtung.
00:17:27: Also wir haben auch relativ hohe, kontingente über sixhunderttausend Fahrzeuge jährlich, die von indischen Fahrzeugherstellern sozusagen in die Europäische Union gebracht werden können.
00:17:39: Es ist natürlich also keine Einbahnstraße.
00:17:42: Also insofern spannender Deal, um sich als europäischer Automobilindustrie wirklich in Indien mit ganz neuem, mit frischem Blick sozusagen neu aufzustellen.
00:17:53: Ja, auf jeden Fall spannend.
00:17:54: Und das wird sich jetzt auch erstmal jetzt entwickeln müssen.
00:17:56: Also das wird jetzt nicht von heute auf morgen gleich eine ganz klare Entwicklung anzeigen oder eine ganz klare Tendenz anzeigen lassen, sondern das wird jetzt erst mal noch dauern.
00:18:04: Es muss ja auch alles mal offiziell ratifiziert werden.
00:18:06: Man geht davon aus, dass das schon noch dieses Jahr auch noch dauern wird.
00:18:09: Das heißt, das ist jetzt nichts, was von heute auf morgen gleich sozusagen in die Bücher schlägt, der Automobilhersteller hier zu landen.
00:18:17: Von daher schauen wir mal, wie sich das entwickelt.
00:18:20: Aber ich habe es ja eingangs gesagt, es geht ja nicht nur tatsächlich um das klassische Verkaufen von Autos, das klassische Bau von Autos.
00:18:27: sondern wir sprechen ja auch immer häufiger auch um die neuen inneren Werte des Autos, um die Software, um die IT im Fahrzeug.
00:18:35: Und da gibt es ja mit Indien auch schon länger, auch nicht erst seit gestern ja auch besondere Beziehungen, weil nun ja Indien als Standort in dem Bereich auch sich in den letzten Jahrzehnten ja sehr hervorgetan hat und viele, viele Menschen hervorgebracht hat, die absolute Experten sind in dem Bereich.
00:18:53: Das ist geil, weil ich kann zu uns da noch ein paar Sätze zu sagen, was Wie da so ein bisschen, wo da jetzt die Tendenz hingehen könnte, wenn wir jetzt dieses Freihandels abkommen
00:19:01: haben.
00:19:02: Ja, absolut.
00:19:04: Und da ist natürlich so, du hast es gerade gesagt, Indien für die Automobilindustrie bei Weitem nicht nur interessant, jetzt als Absatzmarkt, als Fertigungsstandort, sondern natürlich auch als große, als große Global Player, die die europäischen OEMs nun mal sind, kommt man an Indien in Sachen Digitalisierung, IT und Software natürlich nicht vorbei.
00:19:27: und auch
00:19:27: da
00:19:28: du hast es gesagt umfasst dieses freihandelsabkommen eben auch dienstleistungen und damit eben auch digitale zusammenarbeit.
00:19:36: es werden große bürokratie und regulierungsabbau wird erwartet der eben dann auch am ende den it austauscht zwischen.
00:19:44: der EU-Autobranche in Indien erleichtern soll, administrative Hürden für die Zusammenarbeit sollen abgeschafft werden, zum Beispiel auch indem sie es europa- indischen IT-Playern und IT-Partnern, den klassischen IT-Dienst leistern, in Indien klassische Sourcingpartner, Infrastrukturbetreiber und Co.
00:20:02: zum Beispiel auch erleichtern soll, sie eben in europäische Digitalisierungs- und IT-Projekte am Endeffekt auch zu integrieren, wenn wir jetzt mal an ERP, PLM-Projekte denken, an Cloud-Projekte denken, an Datenmanagement-Projekte denken.
00:20:15: Da sollen einfach die administrativen Hürden deutlich abgebaut werden, aber natürlich... Geht es ein bisschen auch natürlich um den Zugang zu indischen IT-Talenten, also eben auch auf den anderen Weg, knappe Software und IT-Fachkräfte hier in Europa, vor allem du hast es gerade gesagt, was absolute Spezialisten im Bereich auch Fahrzeug, Software, Software Define, Vehikel angeht und dort eben den Marktzugang für europäische OEMs zu.
00:20:45: zu vergrößern, wenn es darum geht, indische IT-Talente sozusagen an sich binden zu können, gewinnen zu können.
00:20:51: Das ist natürlich auch nochmal extrem spannend.
00:20:55: Und damit kommt aber ein bisschen auch dem Standort Indien nochmal, kann jetzt auch in Sachen Digitalisierung und IT nochmal eine neue Rolle zukommen, denn... bislang und jetzt jetzt wie gesagt jetzt mal ich mal bewusst ein bisschen schwarz-weiß.
00:21:07: bislang war indien sehr stark natürlich einfach ein offshoring standort eine outsourcing standort wo es einfach um viel auch um infrastruktur betrieb geht und ging.
00:21:17: und da kann natürlich das panel jetzt ein bisschen mehr wirklich zu in richtung strategischer partnerschaften ausschlagen wenn es wirklich darum geht dass europäische deutsche firmen mit indischen IT-Playern wirklich gemeinsam strategische IT-Partnerschaften eingehen, um das Software-Defi-Vehikel voranzutreiben, um KI-Projekte voranzutreiben, Lieferkettensteuerungen und so weiter.
00:21:41: Das sind nur einige wenige Beispiele, die da einfach auch jetzt mit der Gesamtgemengelage dessen, was wir heute schon besprochen haben, eben auch auf der Digitalisierungsseite Sinn machen, sie da eben sauber und in gleichberechtigten Partnerschaften abzubilden.
00:21:58: Das auf jeden Fall eine spannende Entwicklung.
00:22:01: interessant finde ich jetzt und da haben wir eben auch mit mit Pedro Pacheco gesprochen von von Gardner und haben ihn gebeten das ganze mal gerade in dieser IT und Digitalisierung Seite ein bisschen einzuschätzen und er schätzt das ganze durchaus positiv sein mit einem mit einem aber.
00:22:19: Ein leichter Zugang zu IT Anbietern oder auch IT Talenten führt ja nicht immer automatisch.
00:22:24: zum besseren Ergebnis.
00:22:26: Und er verweist dann natürlich auch so ein bisschen auf die Management-Aufgabe, die ja aktuell viele Hersteller beschäftigt.
00:22:32: Das reicht halt nicht einfach, nur neue Kapazitäten zu öffnen.
00:22:35: Entscheidend ist ihm auch die Frage, wie sie genutzt werden, wie Lieferanten gesteuert werden, wie Kompetenzen in der eigenen Organisation bleiben.
00:22:41: Europäische Automobil-Unternehmen müssen lernen, das Freihandelsabkommen bestmöglich zu nutzen.
00:22:47: Also das ist ja schon fast, kann man sagen, ein Fazit unter alles, was wir heute besprochen haben, nicht nur auf den Digitalisierungsaspekt.
00:22:53: Es ist eben ein sehr komplexes Abkommen.
00:22:55: Es lässt sehr viel zu.
00:22:58: Das ist natürlich aber noch nicht automatisch gleich bedeutend mit einem absoluten Erfolg, sondern man muss eben auch das, was jetzt miteinander besprochen wurde, für sich gewinnbringend auch nutzen, indem man sich da auch strategisch sauber aufstellt.
00:23:13: Und das heißt natürlich auch, wenn im Prinzip die eigenen Kompetenzen in Richtung dieser Software- und IT-Themen irgendwo nicht vorhanden sind.
00:23:21: dann wird es auch der leichtere Zugang zu indischen IT-Talenten oder indischen IT-Firmen jetzt erstmal nicht lösen, wenn ich dann am Ende die Kompetenzen nicht habe, um das auch sauber aussteuern zu können.
00:23:30: Ja,
00:23:31: das stimmt.
00:23:31: Aber man muss natürlich dazu sagen, das war das Problem auch schon vorher.
00:23:35: Also das war im Prinzip auch schon die Aufgabe, die Herausforderung für die Unternehmen schon davor, vor diesem Freihandelsabkommen.
00:23:41: Meine persönliche Einschätzung ist, dass das Abkommen jetzt in dieser Ausgestaltung vor allem natürlich auch wirklich für den wahren Handel erst mal, dass Die Mutter aller Abkommen ist am Ende.
00:23:53: Das ist natürlich dem Thema Dienstleistung und Abbau von Bürokratie und verbessert der Zugang zu Talenten im indischen Markt und auch andersrum natürlich.
00:24:00: Das ist ja auch schon gesagt, das Ganze ist ja keine Einbahnstraße.
00:24:03: Also auch andersrum soll es natürlich für den indischen Markt oder für die Player in Indien von Vorteil sein.
00:24:09: Aber ich glaube doch schon, dass es jetzt in erster Linie erst mal auch darum geht, viele Handelsbarrieren, wirklich was Produkte, was wirklich... knallharte Produkte anbelangt.
00:24:20: Am Ende des Tages doch der größere Schritt ist als vielleicht, wenn wir so ein bisschen auf das Thema IT und Digitalisierung schauen.
00:24:27: Aber und da sicherlich auch noch an der Stelle auch noch so ein bisschen die Herausforderung für uns als Journalisten auch nochmal zu gucken und vielleicht auch mal den einen oder anderen Experten aus der Industrie auch zu befragen, was das jetzt für die Unternehmen bedeutet, was hier leicht jetzt einfacher funktioniert.
00:24:42: Da müssen wir sicherlich jetzt auch in den nächsten Wochen auch noch mal ein paar Recherchen anstellen und mal fragen.
00:24:46: Wie ihr das eigentlich seht.
00:24:48: Und das werden wir natürlich dann bei Automotive IT dann auch machen.
00:24:52: Genau so machen wir es ja nicht.
00:24:54: Strich drunter.
00:24:55: Ein neues Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU erleichtert und erst mal den Marktzugang von europäischen OEMs auf den indischen... Ja, Markt als Absatz, Markt auf der anderen Seite auch als Fertigungsstandort und womöglich eben auch den Austausch in Sachen IT, Digitalisierung und Software.
00:25:14: Wir werden weiterhin beobachten.
00:25:16: Ja, am Ende natürlich erst mal auch, wie schnell kommt das Abkommen jetzt überhaupt zu tragen.
00:25:21: Ja, zwanzig Jahre wurde verhandelt.
00:25:23: Jetzt sollte man eben auch zu sehen, das Ganze auf die Straße zu bringen.
00:25:26: Wir werden das Ganze weiter begleiten.
00:25:29: Und Janik, schau mal.
00:25:32: Welches Thema uns nächste Woche vor die Flüte kommt?
00:25:35: Das machen wir.
00:25:36: Bis nächste Woche.
00:25:37: Bis dann.
00:25:50: Ciao.
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